Ritterhude Gründungsort für neuen DDP-Landesverband

Von ilse Okken

Andre Flato

Ritterhude. Sie nennen sich die „nachweislich einzige Partei für Menschen, die sich nicht länger von ratlosen Politikern vertrösten lassen wollen“ und werben unter dem Motto „weder Sozialismus noch Kapitalismus“ für sich. Am Wochenende gründete die Deutsche Demokratische Partei (DDP) in Ritterhude den Landesverband Niedersachsen. Zu Gast war der Bundesvorsitzende Wolfgang Rogalski aus Berlin.

Die auf diesem Landesparteitag anwesenden fünf Personen wählten einstimmig einen Vorstand. Zum Niedersächsischen Landesvorsitzenden wurde der Ritterhuder Andre Flato gekürt. Sein Stellvertreter ist Thorsten Sandvoss aus dem Osnabrücker Land. Als Generalsekretär fungiert Ingo Anderle, ebenfalls Ritterhuder. Ines Leitzke (Worpswede) ist Schatzmeisterin, ihr Mann Kay Revisor.

Die 2004 gegründete Partei der unzufriedenen Bürger propagiert unter dem Slogan „Wirtschaftswunder 2.0“ ein „Bandbreitenmodell“ (nach Jörg Gastmann). Darin wird der Ausstieg aus Staatsverschuldung, Arbeitslosigkeit sowie Wachstums- und Rationalisierungszwang postuliert. Die Partei wendet sich gegen das „Hochdruck-Bildungssystem“ und die Rationierung im Gesundheitssystem. Alle Steuerarten sollen entfallen. Stattdessen soll es nur eine Umsatzsteuer geben. In einem neuen Finanzsystem „jenseits des Zinseszinses“ soll der Staat seine Souveränität über die Währung zurück gewinnen.

Die DDP wolle keine Steuern auf Einkommen, höhere Mindestrenten, ein kostenfreies Bildungssystem und die unentgeltliche Nutzung aller öffentlichen Verkehrsmittel, so der Parteigründer Rogalski, der ebenfalls aus Ritterhude stammt. Bei dieser „Bürgerbewegung in Form einer Partei“ sei Demokratie oberstes Gebot. Für unerlässlich halten die DDPler eine neue Verfassung. Man sieht sich in der Tradition der kurz nach der Novemberrevolution 1918 gegründeten Deutschen Demokratischen Partei, zu deren Gründern Albert Einstein, Max Weber und der Publizist Theodor Wolff gehörten. Vorsitzender war damals der Liberale Friedrich Naumann.

„Die etablierten Parteien verwalten nur noch und tun nichts für den Bürger. Dramatische Veränderungen sind nötig“, meint Andre Flato. In der Satzung der DDP sei festgeschrieben, dass die Parteimitgliedschaft ruhe, wenn jemand auf Landes- oder Bundesebene gewählt werde. Damit entfalle der Fraktionszwang und der Politiker könne persönlich daran gemessen werden, ob er seine Wahlversprechen halte. In dieser „Haftbarkeit“ sieht er einen Pluspunkt. Der Parteistempel mache aus vielen Politikern Profilneurotiker, die in einem Gefälligkeitsnetzwerk gefangen seien. Dies wolle man verhindern und sich die sozialen und liberalen Ideale bewahren, pflichtet ihm Wolfgang Rogalski bei. „Sofern es die Manpower erlaubt, wollen wir versuchen, künftig an jeder Wahl teilzunehmen, vielleicht schon im Saarland“ so Rogalski.

Für den frisch gebackenen Niedersächsischen Landesvorsitzenden Andre Flato stehen folgende Stichpunkte auf der Agenda: ganzheitliches Bildungssystem (13-jährige Schulzeit, Verzicht auf Grund- und Hauptschule), Y-Trasse/Belastung der Bahnstrecken durch Ausbau der Häfen, CO2-Speicherung im Wattenmeer und die Gefahren für die Trinkwasserversorgung durch Fracking im Bereiche Rotenburg/Wümme. Er möchte Alternativen mit den Menschen diskutieren. „Wir fahren an die Wand. Es muss sich was ändern“, so sein Statement zur Verschuldung Niedersachsens.

DDP Landesverband Niedersachsen

Quelle: Weser Kurier

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0 Antworten zu “Ritterhude Gründungsort für neuen DDP-Landesverband

  1. Der Gefaellt mir Button wuerde sich gut im Blog machen, oder finde ich ihn nur nicht?

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